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Die Unpaid Scoping Tax: Was unbezahlte Angebote kosten und wie daraus Pakete werden
Wer eine Agentur führt oder als Freelancer arbeitet, kennt den Ablauf: Anfrage kommt rein, Discovery-Call, Rückfragen, Angebot schreiben, nachfassen, vielleicht noch eine Präsentation. Ein Teil dieser Anfragen wird zum Auftrag. Der Rest war Arbeit ohne Rechnung.
Genau diesen Teil nennen wir die Unpaid Scoping Tax: die Stunden, die jede Woche in Angebote, Erstgespräche und Pitches fliessen, ohne dass sie jemand bezahlt. Sie steht in keiner Buchhaltung, weil sie nie fakturiert wird. Und weil sie nirgends auftaucht, wird sie selten hinterfragt.
Wie Sie die Steuer ausrechnen
Die Rechnung ist einfach und lässt sich mit den eigenen Zahlen in wenigen Minuten machen. Sie brauchen drei Werte: die Zahl der Anfragen pro Monat, den durchschnittlichen Aufwand pro Anfrage in Stunden (Call, Recherche, Angebot, Nachfassen) und den Anteil der Anfragen, die am Ende nicht kaufen.
Die Formel: Anfragen pro Monat × Stunden pro Anfrage × 12 ergibt die Scoping-Stunden pro Jahr. Davon der Anteil, der nicht kauft, ist Ihre Unpaid Scoping Tax in Stunden. Multipliziert mit Ihrem Stundensatz wird daraus ein Betrag in Euro.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, das Sie durch Ihre eigenen ersetzen sollten: 6 Anfragen im Monat, 4 Stunden pro Anfrage, 12 Monate ergeben 288 Stunden im Jahr. Kaufen zwei von drei Anfragen nicht, bleiben 192 unbezahlte Stunden. Das sind knapp fünf volle Arbeitswochen. Der Rechner im Productized Playbook nimmt Ihnen das Rechnen ab.
Was Productized Services ändern
Ein Productized Service ist ein Angebot mit festem Scope, festem Preis und festem Ablauf. Das Angebot muss nicht mehr pro Kunde geschrieben werden, weil es schon geschrieben ist. Der Discovery-Call entfällt, weil die Fragen, die er klären soll, auf der Seite beantwortet sind.
Vier Dinge verschieben sich dabei:
- Fester Scope: Es steht vorab fest, was drin ist und was nicht. Zusätze sind eigene Positionen, keine Verhandlung.
- Fester Preis: Interessenten entscheiden ohne Angebot, ob das Paket zu ihnen passt. Kein Kalkulieren pro Anfrage.
- Wertvorleistung statt Pitch: Statt zu erklären, was Sie könnten, zeigen Sie einen ersten Ausschnitt des Ergebnisses. Der Beweis ersetzt die Präsentation.
- Runbook statt Projekt: Die Lieferung folgt jedes Mal denselben Schritten. Was beim ersten Mal ein Projekt war, ist beim dritten Mal eine Checkliste.
Der Effekt aus unserer Sicht: Die Zeit, die vorher in Anfragen ohne Abschluss ging, wandert in die Lieferung und in die Verbesserung des Pakets. Ob das für Ihr Angebot funktioniert, hängt davon ab, wie wiederholbar Ihre Arbeit tatsächlich ist.
Fünf Schritte vom Angebot zum Paket
- Wiederholung finden: Schauen Sie auf die letzten Aufträge. Welche Leistung haben Sie mehrfach in ähnlicher Form geliefert? Das ist der Kandidat.
- Scope hart ziehen: Schreiben Sie auf, was enthalten ist, was nicht, und was als Zusatz gebucht werden kann. Ein Satz pro Punkt.
- Preis festlegen: Ein Preis, öffentlich sichtbar. Wer den Preis nicht nennt, bekommt Anfragen von Menschen, die erst einmal fragen wollen.
- Vorleistung definieren: Welches kleine Stück des Ergebnisses können Sie zeigen, bevor jemand zahlt? Ein Entwurf, ein Kurzcheck, eine Probe.
- Runbook schreiben: Die Lieferung als Schrittfolge, so dass sie beim nächsten Mal ohne Nachdenken läuft. Jeder Auftrag verbessert das Runbook.
Was ZEHN X mit microlab an sich selbst gemacht hat
Wir haben diese fünf Schritte nicht nur aufgeschrieben, sondern auf unser eigenes Angebot angewendet. Das Ergebnis ist microlab, eine Werkzeuglinie mit festem Preis, Beweis vor Bezahlung, ohne Erstgespräch und ohne Vertrag. Kontakt läuft über WhatsApp oder Mail statt über einen Termin.
Ein Beispiel ist Handy-Website: Kleinbetriebe bekommen drei Entwürfe ihrer Website mit ihren echten öffentlichen Daten, bevor sie kaufen. Die Pakete beginnen bei 149 EUR plus 19 EUR im Monat, live in 7 Werktagen nach Zahlung und Freigabe. Die Vorleistung ersetzt das Verkaufsgespräch, das Runbook ersetzt das Projekt.
Für Agenturen und Freelancer, die denselben Weg gehen wollen, gibt es den Productized-Sprint: in 10 Werktagen von der Leistung zum Paket, 990 EUR zzgl. USt. Und für alle, die erst einmal rechnen wollen, das kostenlose Productized Playbook mit Rechner, Vergleich und Checkliste. microlab ist neu; Zahlen zu Abschlussquoten haben wir noch nicht und nennen deshalb keine.
Was Sie jetzt tun können
Erstens: Rechnen Sie Ihre Unpaid Scoping Tax für die letzten zwölf Monate aus, mit echten Zahlen aus Ihrem Kalender und Ihrer Angebotsablage. Zweitens: Nehmen Sie die eine Leistung, die Sie am häufigsten geliefert haben, und schreiben Sie Scope, Preis und Vorleistung auf eine Seite. Drittens: Nutzen Sie den kostenlosen Rechner und die Checkliste im Productized Playbook, um beides zu prüfen.
Gründer und Geschäftsführer ZEHN X, Frerich United Ventures GmbH, Köln · Baut KI-Systeme für KMU und Mittelstand, dokumentiert nachprüfbar, hostet in Deutschland. Schreibt hier über Kompetenz, Systeme und das, was im Betrieb wirklich funktioniert.
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